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Das Sennentuntschi auf Wyssenboden

Das Sennentuntschi auf dem Wyssenboden
Foto: Biel Kinzig AG

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Den zwei Knechten und dem Senn auf Wyyssenboden ist es eines Sommers offenbar zu langweilig geworden und sie haben zueinander gesagt: «Ah, wir sollten doch auch eine Frau bei uns haben.»

Gesagt – getan: Sie machten sich an die Arbeit und haben aus Flicken und Lumpen einen «Tittitolg» (Puppe aus Lumpen) zusammengeflickt, ihm Frauenkleider angezogen und den Namen «Zurrimutzi» gegeben.

Beim Essen haben sie ihm den Reisbrei oder den geschlagenen Rahm ins Gesicht gestrichen und zu ihm gesagt: «Da, friss auch!». Und wirklich, eines Tages hat die Puppe zu essen angefangen, ist immer munterer geworden und hat sogar angefangen zu reden – aber nur mit dem Senn. Von da an ist das «Zurrimutzi» zur Haushälterin geworden: Es hat für sie gekocht, gewaschen und geflickt und hat ihnen sogar geholfen, das Vieh zu versorgen. Dies alles hat den Dreien natürlich schon gepasst und sie haben mit dem Tunschäli allerlei «Gugelfüär» (Scherz, Spass) getrieben und haben es abwechslungsweise zu sich ins Bett genommen.

Wie es dann aber auf den Herbst zugegangen ist, haben sie zueinander gesagt: «Der Toggel (die Puppe) muss dann dableiben, den nehmen wir nicht mit uns.»

Am Abend vor dem Alpabzug hat er ihnen noch geholfen, das Vieh zusammen zu treiben. Aber als sie am nächsten Tag in aller Herrgottsfrühe, mir nichts, dir nichts, weggehen wollten, hat er sich in seiner ganzen Grösse vor sie hingestellt und sie angeredet: «So, den ganzen Sommer habe ich euch geholfen zu arbeiten und zu werken. Ihr habt ein «Floonerlääbä» (floonä: nichts tun) und euren Spass an mir gehabt. Jetzt gehört mir auch eine Freude. Ich muss freilich dableiben, aber einer von euch auch!»

Da sind sie dumm dran gewesen, aber es gab kein Entkommen mehr. Und so haben sie das Los gezogen und es hat sich ergeben, dass der Senn bleiben musste.

Die andern beiden hat das Tunschäli gehen lassen, ihnen aber verboten zurückzuschauen, solange sie noch auf dieser Alp seien. Da sind die zwei losgezogen und liessen den Senn allein mit dem Tunschäli zurück.

Als sie beim Grenzstein vorbei waren, drehen sie sich um und sehen, wie das «Zurrimutzi» und der Senn auf dem Hüttendach miteinander schwingen. Nach einer Weile wird der «Toggel» Meister über den Senn und wirft ihn vom Dach hinunter. Er springt ihm nach, kniet auf ihn darauf, nimmt sein Messer hervor und «schindet» (die Haut abziehen) den Senn bei lebendigem Leib und breitet die blutige Haut auf dem Hüttendach aus.

 

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